Mitarbeiterfluktuation

Nichts ist von Dauer und oft passt der Zeitpunkt nicht, an dem sich Dinge ändern. Das Wissen um die eigenen Ziele und Erwartungen sollte einen davor bewahren, dass man in einer Situation verharrt, in der man unzufrieden oder unglücklich ist. Jede Beziehung wird jeden Tag aufs neue auf die Probe gestellt. Mit Vertrauen und Verständnis überwindet man schwere Zeiten, doch auch in guten Zeiten ist es nicht ausgeschlossen, dass sich trotz alledem die Wege auch trennen können. Es kann viele Gründe dafür geben, das sich Lebenswege trennen. Im Beruf kann es zum Beispiel das Gespräch über das Gehalt sein. Der Mitarbeiter wünscht sich eine Gehaltserhöhung, der Vorgesetzte kann diese nicht verantworten.

Geld ist nicht alles

Die wichtigste Komponente beim Ausüben eines Berufs in einem Arbeitsverhältnis ist das Gehalt. Wenn man nicht zufällig auf ausreichend Geld aus anderen Quellen zurückgreifen kann, sorgt man mit dem Gehalt für den eigenen Lebensunterhalt. Die Reduktion auf diesen Aspekt ist zulässig, weil man z.B. beim Bäcker auch nicht mit Vertrauen oder gutem Klima zahlen kann. Es ist allerdings (zu Recht) auch nicht zu erwarten, dass ein Mitarbeiter bei der Frage, ob er mehr Gehalt bräuchte, mit „nein“ antwortet. Daraus den Schluss zu ziehen, es gäbe keine Höhe die den Mitarbeiter je zufriedenstellen wird, ist voreilig.

Es gibt viele Dinge, die einen zufriedenen Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue auch in einem anstrengenden und anspruchsvollem Tätigkeitsfeld zu Höchstleistungen antreiben können. Vetrauensvoller Umgang, Wertschätzung der Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten und ein freundliches soziales Umfeld sind nur ein paar beliebig gewählte Beispiele, die man sofern vorhanden, als Errungenschaft einer Unternehmung sehen kann. Dabei ist vieles nicht selbstverständlich und wird daher Mitarbeiter davon abhalten, nur für ein besseres Gehalt den Arbeitgeber zu wechseln.

Allerdings müssen die Mitarbeiter die Dinge auch schätzen, die man als Firma anbietet. Oft ist man überrascht, dass die erhoffte positive Wahrnehmung nicht so groß ausfällt oder schlimmer noch ins Gegenteil umschlägt. Das liegt dann meist nicht an den angebotenen Dingen selbst, sondern daran, dass das Gesammtbild nicht passt.

Mehr ist manchmal auch mehr

Man kann aus verschiedenen Gründen gezwungen sein, den Gehaltswünschen des Mitarbeiters nicht nachzugeben. Sei es die wirtschaftliche Lage, angestrebte Investitionen oder manchmal vielleicht auch ein bereits sehr hohes Gehalt. Nun kann man versuchen, beim Mitarbeiter dafür um Verständnis zu werben und vielleicht auf bessere Zeiten vertrösten. Man muss sich dabei bewusst machen, dass so ein Versprechen wie ein Gutschein wirkt, den der Mitarbeiter irgendwann einlösen möchte. Wirft man zu viele Gutscheine auf den Markt, verlieren sie an Wert. Auf der anderen Seite kann man natürlich nicht jeden Gehaltswunsch einfach nur deshalb erfüllen, weil der Mitarbeiter immer mit der Kündigung droht. Nur sollte man genau wissen, was das für wirtschaftliche Konsequenzen hat. Und da sieht es immer dann wesentlich besser für den Mitarbeiter aus, wenn er eigentlich unersetzbar ist.

Um eine Hilfe bei der Einschätzung der eigenen Situation zu geben, habe ich mal versucht, dass in Zahlen zu fassen und eine Berechnungsgrundlage erstellt, mit der man die wirtschaftlichen Konsequenzen eines Gehaltsgesprächs gegenüberstellen kann.


Download für Mitarbeiterfluktuation.ods, Mitarbeiterfluktuation.xls, Mitarbeiterfluktuation.pdf

Bei den Ausgangsdaten auf der linken Seite wurden willkürliche Annahmen getroffen. Eine wichtige Kenngröße ist die „Mitarbeiter im Team“-Zahl. Über diese Zahl steuert man, wieviele Mitarbeiter für die selbe Aufgabe zur Verfügung stehen. Dort steht jetzt eine 1, was bedeutet, dass es nur einen Mitarbeiter gibt, der aktuell diese Aufgabe wahrnimmt. Das ist dann gleichzeitig auch der Mitarbeiter, der ein anderes Gehalt möchte.

Fair Play

Wenn man die Situation betrachtet, in der ein Mitarbeiter mit besonderen Qualifikationen, Fähigkeiten oder/und Wissen in die Gehaltsverhandlung einsteigt, wird man feststellen, dass natürlich abhängig von der Gehaltserwartung das schlimmste, was passieren kann, die Kündigung ist. Doch auch der unzufriedene Mitarbeiter hat erhebliche Auswirkung auf die Bilanz.

Unter diesen Umständen ist es lohnenswert, wenn man es schafft, dass der Mitarbeiter sich die meisten Gedanken darum macht, wie er seine Arbeit gut und morgen vielleicht nocht besser erledigen kann. Das kann auch bedeuten, dass es geschickt sein könnte, dem Mitarbeiter von sich aus das Gehalt erhöht, weil er dann vielleicht das Gefühl bekommt, das man sich um sein Wohlergehen sorgt. Es ist nur menschlich Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

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